Kranichfeld - Stadt der zwei Burgen

Kranichfeld ist ein Städtchen an der Ilm, das zusammen mit Barchfeld und Stedten rund 3800 Einwohner zählt. Als Sitz einer Seitenlinie derer von Käfernburg-Schwarzburg 1143 erstmals erwähnt, seit 1651 Stadtrecht. Wie andere Städte im kleinstaatlich zerrissenen Thüringen, war auch Kranichfeld jahrhundertelang (unter wechselnden Fürstenhäusern) staatlich geteilt. Die seit 1172 anhaltende Teilung in Oberherrschaft (ab 1398 Wettiner, ab 1453 Reußen, ab 1615 verschiedene ernestinische Linien, zuletzt Sachsen-Meiningen) und Niederherrschaft (schwarzburgisch bis 1803, dann preußisch, ab 1815 Sachsen-Weimar) endete 1913. Die gegenüber anderen Orten hervortretende Besonderheit war der unglaublich skurrile Grenzvergleich mit Exklaven und Enklaven, mitunter verliefen Grenzen durch Schlafzimmer und Wirtshaustische. Trotz der Teilung bildete Kranichfeld aber stets eine Einheitsgemeinde.

Verkehrsanbindung. Autobahn: 10 km zur A 4 (AS Nr. 47, Erfurt/Ost Kranichfeld) | 18 km zur A 71 (AS Nr. 16 Arnstadt-Süd/Marlishausen). Eisenbahn (Bhf. Kranichfeld): Abfahrt mit Zielorten | Ankunft mit Abfahrtsorten. Regionalbus (Meiniger Hof): Abfahrt mit Zielorten | Ankunft mit Abfahrtsorten


Ilm-Idylle (Ilmwehr) nahe der Niedermühle (rechts), die leider dem Verfall preisgegeben ist.


Baumbachhaus (Geburtshaus des Dichters)

In Kranichfeld wurde 1840 der Dichter Rudolf Baumbach geboren (gestorben 1905 in Meiningen). Baumbach schrieb volkstümliche Lieder ("Lindenwirtin, du junge", "Hoch auf dem gelben Wagen"), Balladen, Erzählungen, Märchen und Sagen.

Das Bauchbachhaus, Geburtshaus des Dichters, wurde zwischen 1992 und 1998 komplett saniert und beherbergt heute u. a. ein Museum (zu Baumbach und zur Stadthistorie, außerdem wechselnde Ausstellungen), ein Museums-Cafe, eine Fremdenverkehrsinformation und die Stadtbücherei. 

Kontakt. Tourist-Information Tel. 036450-19433, Fax 036450-42021; Museum/Baumbachhausverein Tel. 036450-39669

Die evanglische Kirche St. Michaelis ist eine 1499 fertiggestellte spätgotische einschiffige Hallenkirche. Vorgängerbauten gab es seit dem 13. Jahrhundert. Die Kirche wurde mehrfach restauriert, zuletzt 1977. Aus dieser Zeit stammt die Innenbemalung. Die Grabplatte der Gräfin Walpurga von Gleichen stammt von 1507 weitere Grabsteine und Epitaphe (Erinnerungstafeln) stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die große Glocke von 1520. Die Orgel ist ein Werk von Johann Francke (Buttelstädt), 1738 fertiggestellt und 1934 erneuert.

St. Michaelis bildet mehrmals im Jahr den Rahmen für stimmungsvolle Konzerte (nicht nur konfessionelle Musik). Gottensdienst wird in der Regel an Sonn- und Feiertagen ab 10 Uhr abgehalten.

Pfarramt Kranichfeld: Tel. 36450-42157, Fax 42169
Informationen über Gottesdienste: Website Kirche Kranichfeld


Evangelische  Kirche St. Michaelis


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