Stedten a. d. Ilm


Blick auf Alt-Stedten (im Hintergrund Barchfeld) von der Waldbühne aus.

Stedten a. d. Ilm ist der östlichste Ort im Kreis Weimarer Land (am Waldrand beginnt bereits der Ilmkreis) und gehört zur Stadt Kranichfeld. Der heute rund 500 Einwohner zählende Ort wurde 1272 oder 1325 erstmalig erwähnt (wegen einiger gleichnamiger Orte in der Nähe ist das umstritten).

Alt-Stedten ist ein Sackgassendorf mit abgewinkelter Gasse. Von der Waidgewinnung (in ganz Europa begehrter blauer Farbstoff aus dem hier angebauten Färberwaid) im Mittelalter zeugt der Waidstein auf dem Dorfanger. Die Dorfkirche St. Eckard ist ein schlichter Bau aus dem 15. Jahrhundert, der im Inneren einige Schätze birgt. Der Ort war wie Kranichfeld jahrhundertelang geteilt, das Oberdorf gehörte bis 1920 zur Kranichfelder Oberherrschaft (ab 1826 Sachsen-Meiningen), das Unterdorf zuletzt zu Sachsen-Weimar. Die Grenzsteine sind an verschiedenen Stellen des Dorfes erhalten geblieben. An die Teilung erinnert, dass noch heute Bewohner des Stedtener Ober- und Unterdorfes getrennte Feste feiern: das Heufest bzw. das Brunnenfest. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte Stedten zudem ein eigenes Rosenfest (seit 1884), heute wird zwischen Frühjahr und Herbst mehrmals ein Waldfest (eine Live-Tanzveranstaltung an der Waldbühne) gefeiert. In Alt-Stedten gibt es eine Gaststätte "Zur Schinne", einen Spielplatz sowie einen Kindergarten.


Blick über den Mühlteich auf Stedten (von der Stedtener Mühle aus).


Blick auf Neu-Stedten, das sich auf der Gänseleite (Hang zum Stedtener Holz hinauf) ausbreitet 

Neu-Stedten ist ein ab 1992 entstandenes Wohngebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern in landschaftlich reizvoller Lage. Erholungssuchende finden hier Ferienwohnungen (FeWo John, FeWo Siebert) für entspannende Urlaubstage oder Wochen. Man wohnt rughig und nahe an der Natur, und doch sind Kulturstätten (Erfurt, Weimar, Arnstadt, Rudolstadt) schnell erreicht. Es gibt eine Bushaltestelle und einen Friseur.


Heimat für Kleinamphibien: der Stedtener Feuerlöschteich

Die Wiesen und Felder rund um Stedten bergen ein reichhaltige Fauna und Flora. Über den Feldern kann man Raubvögel (darunter den seltenen Rotmilan) kreisen sehen. Am Rand des Stedtener Holzes wohnt ein Kolkrabenpaar, der Wald beherbergt Hasen, Füchse, Rot- und Schwarzwild. Es gibt viele Beeren (Erdbeeren, Him- und Brombeeren, Schlehen, Holunder und auch die schöne, allerdings giftige Tollkirsche), auch Pilzsucher werden fündig. Der Feuerlöschteich in Alt-Stedten beherbert Kammmolche sowie Froschlaich/Kaulquappen (die jungen Frösche gereift, machen sie dann eine Wanderung).

Von 1944 bis zu seinem Tode 1971 lebte in Stedten der Hochseilartist Camilio Mayer. Mayer war weltbekannt, trat auf allen Kontinenten auf und arbeitete in den 60er Jahren als Lehrmeister der Gothaer Hochseiltruppe Geschwister Weisheit. Zu seiner Hochseiltruppe gehörten mehrere Stedtener und Kranichfelder. Das Grab von Camilio Mayer befindet sich auf dem Stedtener Friedhof, in seinem ehemaligen Wohnhaus befindet sich heute die Hundepension Wächtler.


Auf dem Stedtener Friedhof ruht der Hochseilartist Camilio Mayer

 

Rund 500 Meter von Alt-Stedten in Richtung Kranichfeld befindet sich die Stedtener Mühle, die bis1953 in Betrieb war. Der heutige Eigentümer bemüht sich um eine sorgfältige Wiederherstellung der denkmalgeschützten Gebäudeteile, der Mühlteich ist Fischzuchtgewässer.


Von Kranichfeld kommend, bietet sich dem Wanderer über den Mühlteich hinweg ein idyllischer Blick auf Stedten.

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